ICAR-Tagung der Hundeführer auf der Villanderer Alm

 

Die feinen Nasen der Suchhunde haben schon vielen Menschen das Leben gerettet. Dahinter stecken aber viel Übung, Fleiß und Konsequenz in der Aus bildung. Um Ausbildungsmethoden für junge Suchhunde ging es bei der Tagung der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen (ICAR), zu der die Hundeführer des Bergrettungsdienstes im Alpenverein Südtirol nach Villanders geladen hatten.
Es war ein 3-tägiges Fortbildungstreffen, zu dem sich rund 40 Hundeführer aus 10 Ländern einfanden – aus dem Alpenraum,aber auch aus Schottland, Norwegen oder Rumänien. „Ich hoffe, dass jeder viel neue und interessante Erfahrungen und Erkenntnisse von der ICAR-Tagung mit heimnehmen kann“, sagte Ernst Winkler, der Landesleiter des Bergrettungsdienstes. Die Zusammenarbeit unter den Rettungsorganisationen ist wichtig – auch über die Landesgrenzen hinaus. Südtirols Hundeführer arbeiten auf hohem Niveau. „Wir stehen im internationalen Vergleich sehr gut da, sowohl was die Organisation von Suchaktionen betrifft, als auch bei der Arbeit mit den Hunden“ ,sagt Wolfgang Rainer, Landesreferent der Hundeführer des Bergrettungsdiensts im AVS.

Die Ausbildungsmethoden der Junghunde, um die es bei der diesjährigen ICAR-Tagung vorrangig ging, ist nicht in allen Ländern gleich. Wie die Suchhunde ihren „Fund“ anzeigen, führten die einzelnen Teilnehmer vor. Die gängigste Verweisart, die auch Südtirols Hundeführer bevorzugen, ist das Verbellen. Beim Freiverweis oder beim Bringsel läuft der Hund nach dem Sucherfolg zurück zum Hundeführer und führt ihn zum Vermissten. Nach dieser Methode arbeiten zum Beispiel viele Hundeführer in Bayern oder Norwegen.

Um das Mantrailing (engl. man „Mensch“ und trail „verfolgen“) ging es bei einer Suchübung am Tag 2 auf der Villanderer Alm. Das angenommene Szenario: Eine Person wurde vermisst; das Auto war bei der Gasser-Hütte abgestellt. Dabei wurden zum einen Personenspürhunde (Mantrailer) eingesetzt, die mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn der Duftspur folgen, zum anderen Stöberhunde. Sie haben die Nase im Wind und können großflächige Gebiete absuchen. „Es braucht beide; man darf sich nicht nur auf den Mantrailer verlassen“, betonte Rainer zufrieden, als nach 2 Stunden die Suchübung erfolgreich abgeschlossen war. Gearbeitet wurde auch mit dem GPS (Globales Positionsbestimmungssystem), das laufend aufzeigte, wo Hundeführer und Hund unterwegs waren und wo sich der „Vermisste“ befand.

Am letzten Fortbildungstag wurde im Zirkel gearbeitet. An den 4 Stationen ging es um Mantrailer, Leichensuche, Spielen mit dem Hund und um Anzeigemethoden.


 

 

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